Hochsensibilität - Neurosensitivität - Konzepte - Hana Hahne

Hochsensibilität

erhöhte Neurosensitivität

Hochsensibilität bzw. erhöhte Neurosensitivität ist ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal. Im Wesentlichen bedeutet es, mehr Reize aus der Umgebung und aus dem eigenen Inneren über das zentrale Nervensystem aufzunehmen und diese Reize komplexer im Gehirn zu verarbeiten. Laut Forschung soll dies ca. 20 bis 30% der Menschen betreffen. Viele wissen dies nicht und suchen nach Erklärungen für ihr Anders sein auf der psychischen Ebene.

 

Das Persönlichkeitskonzept der Hochsensibilität basiert auf der Forschung der Psychologin und Psychotherapeutin Dr. Elaine Aron in den 1990er Jahren. Aron beschrieb damals die "Highly Sensitive Person". Ergänzt und erweitert wurden Arons Ansätze durch den Entwicklungspsychologen Prof. Dr. Michael Pluess, der in den 2010er Jahren den Begriff der Neurosensitivität einführte. Pluess legt den Fokus entgegen Aron verstärkt auf das Potenzial der erhöhten Neurosensitivität. Die positive Seite der Neurosensitivität wird als Vantage-Sensitivität bezeichnet und neben Pluess durch den Wirtschaftswissenschaftler Dr. Patrice Wyrsch erforscht und vermittelt.

Besonderheiten bei der Begleitung sensitiver Menschen

Konventionelle Beratungen, Coachings und Psychotherapien basieren auf der Annahme, dass Unwohlsein, Anpassungsschwierigkeiten, psychische und psychosomatische Symptome auf psychischen Ursachen beruhen. Das können ungünstige Prägungen in der Kindheit sein, abwertende oder hinderliche Denk-, Emotions- und Verhaltensmuster, Beziehungskonflikte, Mobbing, usw. All das sind Aspekte, die psychologisch über Psychotherapie und Coaching gut bearbeitet werden können.

 

Aus meiner langjährigen Erfahrung in der Begleitung von hochsensiblen - erhöht neurosensitiven Menschen erfahre ich häufig, dass Beratungen, Coachings und Psychotherapien, die nur den psychologischen Aspekt verfolgen, oftmals nicht ausreichend gute Ergebnisse erzielen, nicht erzielen können, da Auswirkungen der erhöhten Sensitivität auf Wahrnehmungsprozessen im Gehirn beruhen.

 

Ich selbst kann aus meinen eigenen Therapien, Coachings und Selbsterfahrungen bestätigen, dass viele Methoden und Tools nicht greifen oder das Gegenteil erzielen. Einiges, das ich gelernt habe, musste ich im Laufe meiner Arbeit über Bord werfen, weil es für Sensitive einfach nicht passt.

Einbeziehung der individuellen Wahrnehmung

Bewusst und unbewusst wird ein Vielfaches an Informationen wahrgenommen und auf gedanklicher, emotionaler und körperlicher Ebene tiefgreifend weiter verarbeitet. Hochsensible - erhöht Neurosensitive sind in vielen Alltagssituationen sensorisch, emotional und gedanklich auf einem sehr hohem Aktivitätsniveau.

 

Dieses erhöhte neuronale Aktivitätsniveau hat zwei Auswirkungen:

 

1. Überstimulation der Sinne

Die Folge ist schnellere Überreizung, Erschöpfung, Unruhe, Rückzugsbedürfnis oder Anspannung und kurze Zündschnur. Diese Auswirkungen lassen sich ganz sicher abschwächen oder gar verhindern. Notwendig ist eine Kenntnis des hochsensiblen - erhöht neurosensitiven Persönlichkeitskonzeptes. 

 

2. Erhöhtes Potenzial

Mit der erhöhten Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen gehen eine Vielzahl von Begabungen einher, die vielen nicht bewusst sind, weil sie annehmen, das was sie wahrnehmen, denken und fühlen sei "normal". Auch hier ist die Kenntnis des Konzeptes hilfreich, die eigenen Begabungen bewusst zu machen.

 

Im Laufe der Jahre habe ich eine ganze Reihe Strategien und Tool entwickelt, die dazu dienen, Überstimulation zu vermeiden und das eigene Potential sichtbar zu machen.