hochsensibel oder erhöht neurosensitiv

Um Irritationen im Vorfeld zu vermeiden: hochsensibel, hochsensitiv, hypersensibel, erhöht sensitiv, erhöht neurosensitiv, hochneurosensitiv meint das gleiche Persönlichkeitskonzept.

 

Seit Dr. Elaine Aron in den 1990er Jahren das Persönlichkeitskonzept der Hochsensibilität vorgestellt hat, ist viel Zeit vergangen und viele Menschen haben sich darin wiedererkannt. Sie ging davon aus, dass ca. 20 % der Menschen hochsensibel seien und ca. 80 % nicht-hochsensibel und zwar als klar abgegrenzte Menschengruppen. Als Psychotherapeutin war sie verstärkt mit der vulnerablen Seite der Hochsensibilität beschäftigt.

 

In den 2010er Jahre entstand die Forschungsrichtung Neurosensitivität, begründet durch Prof. Dr. Michael Pluess. Aron als auch Pluess sollen sich dazu persönlich ausgetauscht und festgestellt haben, denselben Persönlichkeitszug zu erforschen, mit dem Unterschied, dass Pluess diese scharfe Trennung nicht erkennt. Er geht vielmehr von einem Verlauf der Neurosensitivität aus, ähnlich wie bei der Intelligenz, die der Gaußschen Normalkurve entspricht. Nach seinem Konzept sollen 40% durchschnittlich sensitiv, 30% wenig sensitiv und 30% erhöht sensitiv sein. Diese 30% erhöht Sensitiver entsprächen den 20% Hochsensibler im Konzept von Aron.

 

Unabhängig von den Konzepten der Forschung habe ich den Begriff hochsensibel nie als zutreffend empfunden, weil Sensibilität lediglich eine kleine Facette bei Menschen mit diesem Wesenszug darstellt. Auch kann ich aus meiner Praxis bestätigen, dass es keine klaren Grenzen der Sensitivität gibt, sie vielmehr einen sehr individuellen Verlauf bei jedem Menschen nehmen. Ebenso kann ich bestätigen, dass Hochsensible – erhöht Neurosensitive ein hohes Potenzial und viele Begabungen haben, derer sich viele nicht bewusst sind. Auch dies ist ein Entwicklungsaspekt für Beratung und Coaching.